Seit dem vor gut einem Jahr die Information über eine neue Erweiterung der XBOX 360 namens „Project Natal“ die Runden machte und einige Videos auftauchten, wurde es leise um Microsofts Vorzeigekonsole. Normale Spiele wurden langweilig und Nintendos Wii hatte ein auf dem Markt bisher einzigartiges innovatives Steuerungsprinzip als schweres Geschütz aufgefahren.

Zur Zeit des Releases der XBOX 360 am (Datum??) war die neue HD-Konsole ein richtiger Augenschmauß. Mit FullHD-Fernseher und einer guten Anlage, füllte die XBOX 360 den Raum mit hochauflösender Dolby-Surround Unterhaltung. Doch die neue Konsole von Nintendo sollte mit ihrem modernen und neuartigen Spielprinzip der grafischen Power der XBOX trotzen und wurde ein echter Hit. Die Wii wurde der Renner auf Partys und auch sprach sogar echte Zocker an, die anfangs nicht als Zielgruppe gedacht waren. Für diese wurde die Wii-Remote mit Wii-Plus ausgestattet, welches noch einmal eine riesige Ansammlung an Sensoren ist, um das Spielen noch genauer zu machen.

Nach dem Riesenerfolg der Anfangs noch belächelten Wii, setzte Microsoft natürlich gleich ein Entwicklerteam an das sogenannte „Project Natal“. Ein Video wurde veröffentlicht, indem Natal fast schon wahnwitzig herüber kam und unglaublich nach Zukunft aussah. Lange war es auch bei dieser Technik still geworden bis vor einigen Tagen mit der E3 das „Project Natal“ offiziell als „Kinect“ angekündigt wurde. Und das sogar noch für dieses Jahr. Microsoft hat sich vorgenommen Kinect am 4. November 2010 zu releasen.

Zur Technik: Der Hauptkörper der „Kinect“ sieht aus wie die Infrarot-Leiste der Wii. Ausgestattet mit 2 Kameras, übergibt „Kinect“ ein dreidimensionales Bild an die Spielekonsole bzw. die Spiele. Der Spieler kann also im dreidimensionalen Raum erkannt werden und so ergeben sich neue Möglichkeiten für die Spiele-Entwicklung. Doch wie neu werden diese Spiele? Hatten wir das nicht alles schon eimal bei der Wii? Sportspiele, bei denen man vor dem Fernseh auf der Stelle wie blöd auf der Stelle hampelt um sein Männlein auf dem Fernseher möglichst schnell von Punkt A zu Punkt B rennen zu sehen. Bowling und all das hatten wir schon in Wii-Sport oder Wii-Sport-Resort. Somit liegt die Herrausforderung für Kinect eigentlich nicht an der Hardware, sondern an der Software und an den Ideen die die Spieleentwickler ans Tageslicht fördern.

Falls schon jemand den Trailer von Kinect gesehen hat und ein bisschen aufgepasst hat, so wird aufgefallen sein, dass eine leichte Verzögerung zu sehen ist. Auch haben mehrere E3 Besucher von deutlichen spürbaren Verzögerungen gesprochen. Doch Nick Burton, Leiter des Entwicklerstudios Rare, versicherte, dass es sich hier nur um Kinderkrankheiten der Prototypen handelt und das in der fertigen Version von Kinect solche hohen Latenzen nicht mehr auftreten sollen. Bei „Kinect Sports“ dem „Wii-Sports“ von Microsoft, sollen Latenzen von 150 ms erreicht werden. Wie, oder besser, wie gut das ganze dann bei „Kinect Dance“ funktioniert, ist die andere Frage.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist mal wieder der Preis. Wahrscheinlich wird Kinect nicht allzu teuer. Das Gesamtprodukt ist das Problem: Die Konsole selbst kostet schon etwa 300 Euro. Kinect noch dazu und man legt gut 400 Euro auf die Ladentheke. Für ein bisschen Spaß kommt die Wii um die Hälfte billiger. Somit werden die Gelegenheitsspieler, die die Wii mit ihrem niedrigen Preis anlockt, nur schwer von der teuren XBOX 360 zu überzeugen sein.

Fazit: Wie schon gesagt, wird „Kinect“ ein technisches Wunder. Das steht außer Frage! Die Frage ist nur, welche Spiele diese neue Steuerungsmethoden nutzen wird und wie innovativ die Steuerung Hand zu haben ist. Mit einem noch nicht feststehenden Preis und der Angst vor Latenzproblemen ist Kinect noch keine Investition in die Zukunft. Man wird sehen, was Microsoft daraus macht…