Endlich ist es soweit: Das iPhone 4 von Apple ist endlich bei der Telekom verfügbar. Doch bevor es gekauft wird, sollte erstmal ein Blick auf die neuen Features dieses Design-Stückes von Apple geworfen werden.

Der Hype des iPhone 4 begann vor einigen Wochen als ein Apple-Mitarbeiter, der für die Entwicklung der Telefonsoftware zuständig war, bei seinem 27. Geburtstag scheinbar einen Prototyp hatte liegen lassen. Ein weiterer Gast der Kneipe nahm das für ihn anfangs als normales iPhone erkannte Smartphone mit, allerdings nur mit der Absicht, es dem Besitzer zurückzugeben. Nach der Erkenntnis, dass es sich hier nicht um ein normales iPhone 3G oder 3GS handelte und mehreren erfolglosen Anrufen bei Apple, die ihm die Geschichte natürlich nicht abnahmen, verkaufte er das gute Stück an den Tech-Blog gizmodo.com. Diese fotografierten das inzwischen Remotegesperrte iPhone und entlockten ihm einige Hardware-Details.

Auf Grund dieses Vorfalls war das iPhone 4 nicht länger geheim und die Hardware-Informationen die Steve Jobs auf der WWDC veröffentlichte, waren nicht mehr Bahnbrechend.

Das es sich hier immer noch um ein von Apples Vorgaben eingeschränktes iPhone handelt, bei dem man keine Möglichkeit hat tiefer im System „herumzuwurschteln“ war jedem im vornherein klar. Allerdings gibt es doch einige wichtige und somit erwähnenswerte Neuerungen:

  • Neues Design
    Wem das alte Design nicht besonders gefallen hat und der etwas rundliche und dicke Rücken komisch vorkam, wird hier gefallen finden. Das ganze Gerät wurde etwas schlanker und kommt mit einem etwas „eckigerem“ Design.
  • Schärferer Bildschirm
    Mit dem neuen Retina-Display wird das Bild um ein vielfaches schärfer. Mit einer maximalen Auflösung von bis zu 960 x 640 übertrumpft es das alte iPhone 3G mit fast 400 auf 320 Pixeln.
  • Neues OS
    Seit dem IBM die Rechte am Namen iOS abgetreten haben, heißt das neue Betriebssystem iOS 4, und nicht mehr iPhone OS 4.0. Neu am System sind zum Beispiel dass das iPhone nun über eine Art Taskmanager verfügt, mit der sich mehrere Apps gleichzeitig offen halten lassen und zwischen denen gewechselt werden kann. Was davon zu halten ist und wie gut es funktioniert ist noch fragwürdig
  • Mehr Kamera
    Das iPhone 4 verfügt diesmal über eine in der Front eingelassene Kamera für Videotelefonie. Ob diese genutzt wird, oder ob der Videotelefonie-Trend weiter absackt, ist fraglich, da Apple schon viele alte Techniken wieder ins Leben und zu neuer Blüte gebracht haben. Die Kamera auf der Rückseite wurde aufgepeppelt und knipst jetzt mit ganzen 5 Millionen Pixeln und filmt in 720p, also in HD-Qualität. Falls es zu dunkel ist, hilft das iPhone diesmal mit einem Blitzlicht nach.

Das klingt natürlich alles verlockend. Allerdings ist die wichtigste aller Fragen noch nicht beantwortet: Der Preis. Das iPhone ist bis jetzt nur vorbestellbar da der offizielle Release erst der 22. Juni ist. Doch dieser Vorbestellpreis ändert sich nach dem Release meistens nur wenig. Somit muss man in Deutschland wahrscheinlich ohne Vertrag bis zu 1000 Euro berappen. Mit Vertrag, (wieder an die Telekom geknüpft) zahlt man zwischen 1 Euro (Complete L der mit 120 Euro pro Monat zu buche schlägt) und 300 Euro (Complete XS bei 25 Euro pro Monat) wenn man die 16 Gigabyte Variante will. Für die 32 Gigabyte Variante zahlt man bis auf bei Complete L jeweils 100 Euro mehr.

Fazit: Beim iPhone 4 merkt man mal wieder den Monopol-Wahnsinn Apples. Das iPhone 4 kann nicht mehr als Smartphones die aktuell auf dem Markt sind. Vergleichbar sind zum Beispiel das HTC Desire oder das HTC HD2. Diese kosten allerdings ohne Vertrag nur die Hälfte des Designer-Smartphones. Ebensowenig hat Apple hiermit das Rad neu erfunden. Ein paar Neuerungen gibt es in der Hardware, die Software (iOS 4) ist allerdings nichts besonderes, da diese noch vor dem Release für die älteren iPhones per Update kommt.

Mit dem iPhone 4 folgt Apple nur dem Markt und schiebt sich wieder in die Topliste der Smartphones. Wer sich ein iPhone holen will, sollte den hohen Preis, die Gebundenheit an die Deutsche Telekom und die Abhängigkeit von Apple vor dem Kauf durchdenken. Wer ein, was ich von anderen Herstellern leider nicht immer behaupten kann, perfekt auf die Hardware abgestimmtes Betriebssystem auf einem Smartphone mit riesigem Software-Angebot haben will, sollte hier einen Kauf vielleicht in Erwägung ziehen. Besitzer eines iPhones älterer Generation sollten überdenken ob die neuen Funktionen eine so teure Neuanschaffung in Kauf nehmen wollen.

Alles in allem ist das iPhone 4 keine revolutionäre Neuentwicklung die den Markt anführen wird, aber allemal sinnvoller als das iPad. Aber das, ist eine andere Geschichte…