Es ist schon ein sehr ausgelatschtes Thema, jedoch möchte ich versuchen es an dieser Stelle ein wenig anders zu beleuchten. Es ist für uns heute ganz normal auf Facebook zu schreiben, wenn etwas in unserem Leben passiert ist. Das geht von Urlaubserlebnissen über neue Jobs und Beziehungen, bis hin zu Todesfällen. Oft flüchtet man sich aus, indem man sagt dass das ja normal ist und das man neue Technologien nutzen müsse. Das streite ich grundlegend nicht einmal ab, denn die Gesellschaft hat sich verändert. Ich möchte auch nicht den Datenschutzprediger machen, nein!
Was mir zu denken gibt, ist der Gedanke in den Köpfen: “Ich will wissen was so passiert, was andere Leute machen, also gucke ich auf Facebook. Will ich meinen “Freunden” etwas mitteilen, so schreibe ich das auf Facebook. Ist mir langweilig, so treibe ich mich auf Facebook herum.”.
Ich kann viele “ältere” Menschen verstehen, wenn sie sagen, dass es ja total krank sei Facebook zu nutzen wie wir es eben tun. Und Facebook ist hierbei nur der derzeit bekannteste Kritikpunkt, weswegen ich in diesem Artikel auch bei Facebook bleiben möchte.

Ich streite nicht ab, dass ich selbst aktiver Nutzer von Facebook bin, und das ein Teil meiner Kommunikation darüber läuft. Ich finde es vom technischen und innovativen Aspekt her sehr gut, auch das geben ich zu. Aber die Art und Weise, wie die Menschen damit umgehen, finde ich bedenklich. Viele sehen Facebook als selbstverständlich schreiben Dinge wie “Bin mal gerade auf Klo” als Statusnachricht – welche Absurdität das hat, darin wird mir hoffentlich jeder zustimmen. Leute veröffentlichen ihre schönen Urlaubsfotos auf Facebook, sodass die ganze Welt sie sehen kann (ja, nicht jeder beherrscht die Privatsphäreneinstellungen. Muss man nur mal bei ein paar Leuten testen ;) ).
Früher hat man sich, wenn denn überhaupt, seine Urlaubsfotos in seinen Foto-Alben gezeigt oder man sah sie in den Wohnungen an den Wänden (eine äußerst nette Sache, wie ich finde). Man hat sich angerufen, miteinander geredet, sich (etwas weniger alt) SMS geschrieben. Ich verkenne nicht den wichtigen Aspekt an Facebook, wie z.B. Möglichkeiten zur Planung von Treffen und Events oder auch die Möglichkeit zur geographisch barrierefreien Kommunikation.

DOCH: Jeder weiß, dass wenn man Facebook aktiv nutzen will, dafür auch sehr viel Zeit drauf geht. Man sagt sich, dass man nur schnell was nachguckt, doch dann erblickt man das ein oder andere Interessante und schon ist man wieder drin im Informationssog. Das habe ich oft genug bei mir selbst gesehen, sei es nur als anfängliche Informationssuche, so wurde es zur Ablenkung von Dingen wie Lernen, Hausaufgaben, Arbeit. Hinterher ärgert man sich dann über die im Endeffekt total vergeudete Zeit, in der man sich nicht einmal wirklich entspannt hat, denn man hat Informationen aufgenommen und verarbeitet. Aber wieviel dieser Informationen bleibt wirklich bei uns? Bei mir sind es vielleicht an die 10%.
Es geht also einerseits darum, was Facebook in unserem Leben ersetzt, andererseits aber auch darum was der ersetzende Inhalt so für Folgen mit sich bringt. Facebook ersetzt sowohl einen Teil der Freizeit, als auch der produktiven Zeit. Das darin ein Problem liegt, muss ich denke ich nicht weiter erläutern. Man guckt auf der Arbeit mal bei Facebook rein, man Chattet auf Facebook, schreibt an Pinnwände, liest Kommentare in seiner Freizeit – man hat sonst langeweile, weil man die Masse an gesellschaftlichen Informationen gewöhnt ist, man braucht Infos!

Der zweite Punkt ist, was durch Facebook ausgelöst wird.

Beispiel 1:

“Ich möchte mit einem Freund etwas unternehmen, dieser sagt mir aber kurzfristig aufgrund von Krankheit ab, da er keine Zeit hat. Beim durchblättern am nächsten Tag fallen mir Kommentare wie ‘War geil gestern Abend’, ‘Müssen wir wieder machen’ auf – er hat mir also abgesagt, um was mit anderen zu machen und als Ausrede gesagt das er krank ist”

- Was löst das in mir aus? Früher wusste ich nichts davon und das war vielleicht auch ganz gut so. Klar, sollte man nicht unehrlich sein, und es ist immer gut die Wahrheit zu erfahren, doch hatte der Freund an diesem Abend vielleicht einfach mehr Lust auf die anderen Leute und wusste nicht wie er mir das sagen soll. Jedenfalls stehen jetzt für die Freundschaft große Probleme an. Dies war vor Facebook-Zeiten nicht so, klar kam es irgendwann auch dazu, doch wird soetwas heute schneller ausgelöst.

Beispiel 2:

“Jemand möchte seinen Geburtstag feiern und lädt auf Facebook zu dieser Feier ein (leider mittlerweile nicht mehr unüblich). Ich habe kein Facebook (aus welchen Gründen auch immer) und bekomme somit keine Einladung, weiß somit auch nicht von der Feier.”

- Ich werde hiermit indirekt von der Party-Gesellschaft ausgeschlossen, wahrscheinlich ungewollt, aber ich werde ausgeschlossen. Ich werde also im Endeffekt gezwungen, mir Facebook zuzulegen wenn ich zukünftig zu Partys möchte (ist euch nebenbei mal aufgefallen, wie viele Partyfotos man auf Facebook findet?). Es gab eine Zeit, da hat man Einladungen verteilt ;) .

 

Fazit:

So nützlich und innovativ Facebook auch sein mag, so viele Schattenseiten hat es auch. Die allermeisten Menschen sind sich dieser Schattenseiten nicht bewusst, so wird meist auch nur von Datenschutzmängel gesprochen und es wird “gehyped”. Viel interessanter finde ich die Frage, was Facebook mit unserer Gesellschaft macht. Natürlich, Gesellschaft entwickelt sich stetig weiter, doch sollten wir Menschen, wo wir doch ein Bewusstsein haben, in der

1 Kommentar

  1. Facebook wird meist wirklich unreflektiert benutzt und die Leute wissen nicht was es mit ihnen anstellt. Das weiß ich natürlich auch nicht aber es schadet nicht vorsichtig mit Neuheiten um zu gehen.

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