Ursprünglich hatte ich geplant ein kleines Review meiner Meinung bezüglich der Gnome Shell 3.2 und Unity (4, also Ubuntu 11.10) zu schreiben, jedoch ist mir darauf erst einmal die Lust vergangen.
Ich habe von sehr vielen Meinungen gehört, und was mich daran gestört hat waren die Kommentare. Immerwieder ein “Unity ist unbrauchbar”, “Unity ist mist”, “mit GNOME Shell kann man nichts anfangen” (ich habe es mal ein wenig entschärft, aber ich denke alle wissen in welche Richtung das ging und noch immer geht). Das lustige daran ist ja eigentlich, dass dank den Paketen von GNOME Shell in den Ubuntu Repositories dem User die Möglichkeit gegeben wird (und die ist wirklich verdammt einfach) sich zu entscheiden. Man muss nichts weiter tun, als im Software-Center nach gnome-shell zu suchen und das Paket zu installieren. Es taucht automatisch in LightDM (Anmeldefenster) auf und man kann es wie beispielsweise Unity oder Unity 2D auswählen. Ich persönlich sehe Unity als eine gute Initiative von Canonical, auch wenn sie an einigen Stellen wirklich Kritik einstecken muss.
DOCH, und hier kommt das was mich am meisten an der ganzen Sache stört ist, dass es nunmal Canonicals Entscheidung war, und dass dennoch ziemlich viele auf Unity umgestiegen sind. Wie in vielen Artikeln geschrieben wurde, Gnome 2 war auch nicht von Anfang an perfekt und es bedarf damals einigen Updates bis es wirklich einsatztüchtig war. Unity war in 11.04 schon ganz gut (laut vieler Meinungen), aber es fehlte eben noch an dem ein oder anderen Ende. Jetzt, mit 11.10 Oneiric, hat man auf die Nutzer gehört und an einigen Ecken ausgebessert.
Die Sache ist aber die, dass hinter der GNOME Shell und Unity zwei verschiedene Konzepte stecken, auch wenn beide Oberflächen diverse Ähnlichkeiten haben (Dash in Unity ähnelt ein bisschen der von der GNOME Shell, der Tab-Switcher ist teilweise ähnlich von der Bedienung usw.). Es hängt aber eben von jedem persönlich ab, welche Änderungen er für sinnvoll erachtet (z.B. GlobalMenu, Dash, Launcher) und welche nicht. Daher liegt es auch bei jedem selbst für welche Oberfläche er sich entscheidet.
Und man kann natürlich auch über die beiden Konzepte und deren Umsetzung diskutieren, jedoch sind Kommentare wie oben bereits gennant einfach unbrauchbar und wenig konstruktiv. Die individuelle Meinung ist wichtig um die Bedürfnisse der Nutzer zu treffen, aber sollten sie dann doch begründet sein und auch in einer gewissen Selbsttest-Erfahrung gründen. Das heißt nicht, dass man sich Ubuntu mal in der virtuellen Maschine anschaut und nach 2 Minuten wieder löscht – NEIN. Um eine differenzierte Meinung zu bekommen sollte man sich einfach mal über einen gewissen Zeitraum hinweg mit dem “Neuen” auseinandersetzen. Das ist sogar sinnvoll, selbst wenn viele auf alt bewährtes schwören, denn was wären wir ohne Neuerungen? Unter Windows war es auch kein wirkliches Argument nach Vista zu sagen, dass man Windows 7 erst gar nicht ausprobieren wolle, weil Vista ja schon so schlecht war und das bei Windows 7 ganz bestimmt noch schlechter würde. Es ist nicht das Ziel der Entwickler sich die Benutzer zu vergraulen, aber auch Entwickler wollen kreativ sein dürfen und somit neue Ideen einbringen und diese dann auch umgesetzt sehen, denn sonst geht die Motivation flöten. Und das ist vor allem im OpenSource bereich so, wo nur wenige Geld mit dem verdienen, was sie für die Gemeinschaft tun.
Fazit:
Also bitte, denkt doch vorher einmal darüber nach, was die Hintergründe für Änderungen/Neuerungen sind und lasst euch ein bisschen darauf ein. Schwört nicht zuvor schlechtem ab und seit für eine Überraschung offen. Wenn ihr Kritik einbringt, dann doch bitte konstruktiv und differenziert.

[...] 6.GNOME Shell vs. Unity – und warum ich genervt bin… | fgreinus.de 11. Okt. 2011 … Ich habe von sehr vielen Meinungen gehört, und was mich daran gestört … sein und auch in einer gewissen Selbsttest-Erfahrung gründen. Das heißt nicht, dass man sich Ubuntu mal in der virtuellen Maschine anschaut und … http://www.fgreinus.de/2011/10/gnome-shell-vs-unity-und-warum-ich-genervt-bin/ [...]
Ich habe seit ich mit Linux arbeite so ziemlich alles ausprobiert. Ich habe versucht mit KDE2 und Gnome 1 irgendwas zu arbeiten, habe die Alternativen getestet und war zu 11.04 soweit, dass ich eine auf Gnome basierende Benutzeroberfläche mit EINEM Panel für die Indikatoren aber ohne Hauptmenü, dafür mit Gnome-Do und Docky verwendet habe, die mit dem was so die Standardinstallationen bieten, wenig gemein hatte.
Ich habe es eben an meine Bedürfnisse angepasst
Ein wichtiges Thema für mich war immer die optimale Bedienbarkeit auf dem Notebook. Und so kommt es, dass ich mit Unity nicht wirklich warm geworden bin. Auf KDE4 wollte ich wegen der möglicherweise fehlenden Rechenleistung, vor allem wegen des beschriebenen hohen Energieverbrauchs, nicht wechseln.
Jetzt habe 11.10. laufen und nach einer kurzen Betrachtung des überarbeiteten Unity habe ich Gnome3 eingespielt und muss für MICH sagen, dass es einfach geeigneter ist. Ich habe das Gefühl, dass Unity für Netbooks, Tablets usw. eine sinnvolle Alternative bietet. Für des Einsatz auf einem “richtigen” Rechner taugt es nix. Auf dem 24-Zöller meines iMacs wirkt es gerade lachhaft, wenn links 30 Icons am Bildschirmrand hängen. Da stellt Gnome nachwievor die bessere Lösung dar.
Meine Entscheidung ist gefallen, ob sie Canonical gefällt, weiss ich nicht. Ich werde mir aber die Freiheit nehmen zu Debian zu wechseln, sollte Gnome3 künftig nicht mehr laufen.
Moin!
Ich nutze i3-wm
, kein Ubuntu, mag gconf sowie die kdelibs nicht. Ich kenne weder “gnome3″ noch “unity” und bin doch immer wieder fasziniert, wie viele Nutzer sich über irgendwelche Neuerungen an grafischen Oberflächen aufregen.
Ich habe meinen Mittelweg — weg von KDE4 hin zu selbst eingerichteter Oberfläche gefunden — und kann wirklich nur jedem empfehlen, die Vielfalt zu nutzen; heißt über den Tellerrand hinaus schauen und vielleicht mal was wirklich Neues auszuprobieren. Das ist aber nur eine Empfehlung.
Soll doch jeder machen wie er denkt, nur Meckern bringt als Nicht-DE-Entwickler wenig, kann man doch eh nichts selbst in die Hand nehmen und ändern.
Wozu ist ein Rechner eigentlich da? Zum “Schön” aussehen oder zum “Rechnen”?
Have Fun
genießt die Freiheit 
lG Schumbi
Manche Leute möchte man einfach schütteln und ihnen entgegen brüllen: “Nehmt doch einfach den Desktop, der euch gefällt!”. Denn wer schon beim Desktop die freie Auswahl nicht verstanden hat, wird das gesamte Ökosystem “Linux” nie begreifen.
Hallo,
also meckern wollen wir alle nicht.
Leider hat es Canonical versäumt eine reine Version für Netbooks, Laptops weiter zu entwickeln.
Ubuntu-Remix ist eingeschlafen und die neuen Dektop-Versionen laufen auf “älteren” Geräten so gut wie gar nicht, es sei den man übt sich bei der Arbeit in Geduld.
Also bleibt nur der Weg weg von Gnome2 zu Xubuntu, LinuxMint, LXCE usw. die bekanntlich für Desktop-Rechner entwickelt worden und notgedrungen “missbraucht” werden müssen.
Gruß DeKa
Hallo DeKa,
“missbrauchen” – gibt es das im Bereich der freien Software? Man kann ja im Prinzip alles für seine Bedürfnisse “zweckentfremden”, solange es den individuellen Zweck dann erfüllt, oder?
O.K., da hast Du ja recht. Nur die “Neulinge” kriegen das nicht so einfach hin und was nach zwei Tagen nicht läuft wird entsorgt, da sollte Canonical mal dran denken.
Gruß DeKa
Okay, das stimmt natürlich auch wieder. Ich fände es mal interessant wie gut GNOME 2 Fallback und Unity 2D auf einem “schwachen” Rechner laufen. Gibt es da irgendwelche Tests oder Berichte zu?
Gnome 3 Fallback (was du wahrscheinlich meinst) läuft mit Ubuntu ungefähr so wie Gnome 2. Unity2D ist von der Performance her deutlich schlechter. (beides subjektiv)
Habe gestern Oneiric Unity 2D auf einen Athlon 2000+ mit 512MB RAM installiert. Ergebnis:
- Dash braucht ~6 Sekunden um zu erscheinen.
- Swap wird stark in Anspruch genommen
- Bei mehr als einer Anwendung offen ist der Rechner unbrauchbar lahm
Hallo zusammen,
schöner Artikel er spiegelt ein Problem unserer Gesellschaft wieder: unreflektiertes Urteilen.
Aber zum Thema: Wenn das Ziel ist, dass Windows und Apple weniger Diktieren kann und weniger Marktmacht erhält, dann ist es notwendig eine Alternative zu bieten. Daher ist es gut, dass Ubuntu, sozusagen, eine eigene Oberfläche erhält. Die Leute müssen es sehen und nicht sage “du hast Linux” sondern “aha ein Ubuntu Nutzer”.
Für die breite Masse ist genau das das richtige Modell. Natürlich ist dieses Modell nicht gerade gut für erfahrene Linux User, da die viele Optionen haben wollen und überall eine freie Enscheidungsmacht.
Dahe mein Fazit: Canonical emöglicht imho der breiten Masse den Zugang zu Linux. Je mehr Linuxuser es gibt, desto mehr Interesse besteht auch an verschiedenen Entwicklungen (Treibe usw.) und das kommt uns anderen Linuxusern doch zugute.
So das war mal ein Versuch eines Gedankenmodells
Grüße
Thoys
Hallo Thoys,
ein sehr interessantes und meiner Meinung nach durchaus zu beachtendes Gedankenmodell !
Gibt es eigentlich irgendwo feste Zahlen über die Ubuntu-Nutzer-Entwicklung?
Gruß Florian
Was bitte sind an einem Desktop System die viel beschriebenen Worte ” Modern” oder “Zukunftsweisend” bzw “Alt” und “Unmodern”, wohl eher leere Floskeln mit der einige Unzulänglichkeiten verbal kaschiert werden sollen.
Es gibt kein “Modern” außer man setzt bessere (schickere) Grafik mit damit gleich, sondern nur ein System mit dem man Schneller und Effizienter Arbeiten kann. Dabei ist es Egal wie “Alt” oder althergebracht etwas ist.
Alles was Gnome 3 als “Neuheiten” bringt , gab es im Prinzip schon Vorher sogar in wesentlich ausgereifteren Programmversionen wie ein Cairo- oder AWN Dock oder Launcher wie Gnome-Do oder Kupfer. Warum musste man das Rad neue Erfinden und übernahm keine dieser ausgereiften Programme?
Zudem ist Gnome3 eher ein Desktop der versucht den Maus/Tastaturbezogenen Desktop mit Elementen der Touch-Bedienung zu Verknüpfen was aber keiner Bedienungsart wirklich gerecht wird.
2 unterschiedliche Versionen vom Gnome Desktop wären dafür besser geeignet.
http://www.omgubuntu.co.uk/2010/12/why-doesnt-unity-just-use-docky/
denke mal, mit gnome3 verhält es sich ähnlich. Das Tolle an OSS ist, dass man auch einfach Codeteile übernehmen kann, ohne gleich das Programm mit einer Shell “zwangszuverheiraten”.
Danke für den schönen Kommentar. Das mit dem Ausprobieren sehe ich genauso. Ich hatte Unity unter Natty über Wochen im Einsatz bis ich (vorerst) zu Gnome2 zurück bin. Bericht darüber hier: http://aetheryon.de/benjaminschaefer/2011/07/07/unity-und-ich/
Aber mit Oneiric gebe ich beiden Oberflächen die Gelegenheit mich zu überzeugen. So sollte Open Source sein: Entscheidungsfreiheit und Wettbewerb der Ideen.
An deiner Stelle würde ich beiden Projekten auch noch eine Chance geben. Beide haben deutlich voneinander und von anderen Projekten sowie der Kritik gelernt und sind einfach besser geworden.
Also ich habe Gome3 nicht getestet weil schon von vornherein klar war das meine Hardware das nicht mit macht.
Unity hab ich mit mit der 2D Option getestet, und nach 2 Tagen auch wieder von der Platte verbannt.
Hauptkritik war der Ressourcenhunger von Unity , zumindest bei mir auf dem Rechner (Via C7-D 1,8 Ghz Singlecore mit Via-Chrome 9 HC Grafik) läuft Gnome2 aus Natty wesentlich flüssiger als Unity 2D.
Ansonsten gefällt mir die neue Struktur mit der Seitenleiste nicht, ich mochte Docks noch nie wirklich.
Auch die alphabetische Anordnung der Programme schafft mehr Unübersichtlichkeit als hierarchische Menüs mit Kategorien.
Des weiteren frag ich mich warum man permanent Installationsvorschläge irgendwelcher Programme einblenden muss, warum Konfigurationsmöglichkeiten so dermaßen minimalistisch geworden sind das man schon Tweakutilitys braucht und die vermischung von Oberflächen (Gtk,Qt,Mono) ist mM auch nicht das gelbe vom Ei.
Wem Unity oder die Shell gefäält der möge sie verwenden, für mich persönlich ist es nichts, es gefällt mir einfach nicht.
Ich würde mir deshalb allerdings nicht herausnehmen zusagen das Unity oder die Shell Sch… sind, allerdings möchte ich das andersrum auch nicht, denn ich sehe es ja immer wieder wenn man sagt das einem die die neuen DEs nicht gefallen als lernunwillig oder Neuheitenverweigerer dargestellt wird.
Jeder möchte seinen Desktop so wie im es gefällt und das ist ja dank “Linux” auch möglich.
und wenn man bei Ubuntu kein Gnome2 mehr verwenden kann dann gibts ja auch noch andere Distros die es sicher noch eine ganze weile benutzen werden – Debian Stable z.b.
Hi Marcel,
dein Kritikpunkt zum Resourcenhunger ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen — evtl wäre für dich xfce die bessere Alternative?
Ansonsten gibt es noch gnome3-session-fallback, welches eigentlich der alten gnome2 DE entspricht (mit gtk3 statt 2). Wahrscheinlich aber auch resourcenhungriger als der Vorgänger.
Zu den Problematiken rund um das Dash, insbesondere App-Lens:
- nur mangelhafte hierarchische Darstellung
- installierbare Vorschläge
Das macht 11.10 meines Erachtens wesentlich besser! Zum einen wurde mit den Filtern ein vernünftiger Mechanismus geschaffen, der die Kategorien von GNOME2 gut abbildet. Zum anderen speichert das Dash den letzten Zustand. Wenn man etwa die installierten Programme in der App Lens aufgeklappt hat um mehr als die 5 Treffer anzuzeigen, dann öffnet sich die Sicht genau wieder so. Ähnlich verhält es sich mit Filtern, die werden auch gespeichert.
Die anderen Kritikpunkte sind sicherlich Geschmackssache, gut dass wir so viel Auswahl haben, anstatt wie von M$ zu jedem neuen Release mit einem neuen Desktop Environment zwangsbeglückt zu werden (Apple nehme ich mal raus, die sind recht konservativ bei der GUI
)
Gnome3 ist nicht so Performancelastig, wie oft behauptet wird. eine durchschnittliche Onboard-Grafik der letzten 5 Jahre sollte in allen Fällen ausreichen. Wichtig ist nur, dass du einen Treiber hast, der OpenGL unterstützt, wenn auch nur software-seitig. Und man kann auch an der Performance-Schraube drehen, wenn man den gconf-Wert /desktop/gnome/interface/enable_animations auf “false” setzt. Am Aussehen ändert das (subjektiv) überhaupt gar nichts.
Hallo,
ich verstehe das es einen Umbruch im Desktop geben muss wenn man auf Touchscreens setzt, denn die meisten sind nicht mit Touch zu bedienen. Doch wer hat denn einen Touch am Desktop. Bei dem Versuch Unity mit einem Touch zu bedienen stellt man aber fest das auch das nicht gut funktioniert. Wenn ich die ganze Zeit mit der Hand Quer über die Mattscheibe fummeln muss sehe ich nichts mehr, oder gibt es noch eine Version für Linkshänder? Ich für meinen Teil stehe sehr auf Touchbedienung, doch was mir am meisten fehlt ist das untere Panel, damit man eine Anwendung die schon läuft wieder in den Vordergrund holen kann. Auf kleinen Monitoren kommt es bei Einstellungen immer wieder vor das ein Teil des Fensters aus dem Bild rutscht, das macht mich irre. Für meinen Geschmack ist der Weg richtig aber er wird Lange und es stellt sich die Frage kann Touch und Maus bedienung eine Oberfläche haben?
Hallo kaufi,
.
ich sehe den Wandel einiger Systeme oder Projekte hin zur Touch-Bedienung ebenfalls als sehr kritisch an, denn zumindest bisher ist man mit Tastatur und Maus doch sehr viel produktiver und vor allem schneller als mit Touch. Man wird sehen, wohin der Trend letztendlich gehen wird. Ich hatte bisher jedoch noch nicht die Möglichkeit Unity mit Touch zu nutzen (habe nur Videos gesehen) und stelle mir das eher problematisch vor. Vielleicht bekomme ich ja mal die Gelegenheit dazu
Das kommt doch ganz darauf an, ob man am PC arbeiten will oder ihn nur zum Browsen, Chatten, Filme schauen, … nutzt. Der typische private PC-Nutzer braucht nicht mehr als ein Tablet.
Die ersten Ankündigungen von GNOME3 machten Appetit auf mehr. Doch von ersten Versuchen hatte ich bald die Schnauze voll: damals (noch im frühen Alphastadion) war kein roter Faden in der Umsetzung erkennbar. Zu viele Abstürze, miserable Performance, schlechtes Design. Schade, denn die Mockup-Videos machten einen verdammt guten Eindruck! Ich war froh, dass endlich jemand den Mut hatte, sich von der alten Schreibtisch-Metapher zu trennen.
Ich gebe zu, dass ich skeptisch war, als ich von Canonicals Entscheidung, eine Eigenkreation weiterzuentwickeln hörte. Ist jetzt auf einmal GNOME3 nicht mehr cool? Viele Stimmen waren recht kritisch, allerdings gab es auch genug, die von der neuen Bedieneffizienz schwärmten. Auch wurde mir schnell klar, dass Canonical sich nicht von GNOME trennt (welches ich sehr schätze), sondern nur eine andere Shell für GNOME entwickelt.
Also beschloss ich Unity mit 11.04 eine Chance zu geben. Ich war schon ein bißchen was andere Docks (etwa AWN, OSX und Win7) vorbelastet, also fand ich es relativ einfach reinzukommen. Der Umgewöhnungsaufwand war leichter, als mit den umpositionierten Fensterbuttons in der Vorversion klarzukommen, wo ich mich noch Wochen dabei erwischt habe, rechts oben ein Fenster zu schließen.
In den ersten Wochen nach der Umstellung auf Unity tauchten noch einige Ärgernisse (insbesondere Bugs) auf, waren aber noch tolerierbar. Diese wurden aber meines Erachtens durch die Updates mehr oder weniger gut behoben.
Im Prinzip finde ich Unity gelungen. Ich habe schnell 11.04 auf alle meine Kisten nachinstalliert, da ich es wesentlich effizienter bedienen kann als GNOME2 — und das trotz langjähriger Erfahrung mit Ubuntu als Hauptsystem
.
Unity in 11.10 hat die meisten meiner Mankos ausgebessert, insbesondere im Bereich des Dash. GNOME3 wollte ich in meiner Produktivumgebung noch nicht testen, und ich möchte mir nicht den Eindruck in einer eher zu Testzwecken geeigneten virtuellen Maschine machen. Die Videos der Shell in GNOME3.0 sahen auf jedenfall klasse aus, ich hole das Ausprobieren auf meinem Laptop zur 11.10 mal nach
Oft wird Windowsnutzern von Linuxianern vorgeworfen, dass sie einfach zu bequem sind, was neues ausprobieren. Ob zu Recht oder nicht, sei mal dahingestellt, ich finde es ist nur menschlich, beim Bewährten zu bleiben. Allerdings sollte man nicht ein System kritisieren, weil es anders ist als das Bewährte. Ich erinnere nur an den recht guten, wenn auch etwas dogmatischen Artikel dazu [1]. Was für Betriebssysteme gilt, gilt meines Erachtens auch für Desktopoberflächen. Keine ist perfekt, weder die alten noch die neuen. Aber nur wenn wir was neues wagen, können wir wirklich eine Verbesserung erzielen, denn seien wir mal ehrlich: die alte Schreibtischmetapher aus den 80ern ist weder modern noch bildet sie heutige Anwendungsszenarien am Bildschirm überzeugend ab.
[1]: http://www.felix-schwarz.name/files/opensource/articles/Linux_ist_nicht_Windows/
Das trifft es.
Wenn du Gnome3 in einer virtuellen Maschine testest, dann solltest du sicherstellen, dass diese auch hardware-Beschleunigung nutzt. Sonst bekommst du nur den Fallback-Modus vorgesetzt, und der ist nicht besonders interessant oder innovativ.
Also vorab guter Artikel trifft relativ genau meine Meinung.
Habe die ganz ist unbenutzbar Sache eigentlich eh nie verstanden. Ich verwende seit Ubuntu 11.04 Untiy auf meinem Notebook und Desktop. Und bin damit eigentlich recht gut zurecht gekommen. Nun verwende ich seit ca. ein zwei Monaten die Gnome Shell auf meinem Desktop und finde das System wie man seine Fenster verwaltet echt gut. Der Intigrierte Chat usw. runden dann die ganze Sache noch ab. (Es gibt auch Sachen die nerven z.B. der Symbolhaufen unter Anwendungen. )
Was mich aber damals als Unity und Gnome -Shell veröffentlicht wurden ziemlich genervt hat so ziemlich “jeder” Blogger darüber bloggen musste wie Sch***e die Oberflächen doch sind und das man mit diesen doch eh nichts Anfangen kann, Was die Entwickler sich den dabei denken usw. [Achtung: Übertreibung ]
Gruß
AntJOo
Ich glaube das ist die beste und qualitativ hochwertigste Meinung die ich je über Unity und die Gnome-Shell gehört habe. Du bist bis jetzt glaube ich der erste, der einen Eintrag darüber schreibt wie man das ganze fairer und richtiger Weise sehen sollte. Echt klasse Beitrag, sowas hat mir die ganze Zeit gefehlt. Mach weiter so und ich hoffe es schließen sich mal mehr von diesen Ich-brauche-aber-nur-ein-Terminal-und-einen-Window-Manager-der-vier-ecken-an-ein-Fenster-setzt-TYPEN deiner Meinung an.
Dankeschön
.
Richtig!
Also ich muss zugeben, dass ich mangels Zeit Gnome 3 noch nicht länger als 30 Minuten getestet habe. Es war anders aber nicht unbedingt schlecht.
Unity dagegen habe ich seit einem halben Jahr in einer Virtuellen Box immer mal wieder für einige Tage getestet. Leider nur in der 10.10er Version. (zu faul die VM zu updaten) Was mich als einzigstes aufregt ist das Global Menu, das erst sichtbar wird, wenn ich mit der Maus über das Global Menu fahre. Ich weiß also nie welche Optionen sich dort oben befinden und ob sich ein Weg dorthin lohnt. Ich habe auch einige sachen einfach nicht gefunden weil ich sie nicht gesehen habe, weil Global Menu nicht eingeblendet. Ist dieses in den neueren Versionen schon geändert?
Hallo higgi,
nein das ist in 11.10 so beibehalten, damit es in den Rest der Neuerungen passt.
außerdem gibt es noch die -Taste (auch Windows-Taste, Linux-Taste, etc.)
ja, wie ich es zu gesicht bekomme ist mir durchaus bewusst. Mich stört es nur, das es nicht dauerhaft “an” ist. Das finde ich bei MacOS besser gelöst. Also wenn gutes übernehmen, dann auch richtig.
Endlich mal jemand, der den Unterschied zwischen Unity und der Gnome-Shell sieht. Die beiden gleichen sich nämlich nur oberflächlich (Haha, Wortspiel
Es gibt zwar gemeinsame Ideen, aber es gibt auch viele Unterschiede. Vor allem aber gibt es einige nette Funktionen in der Gnome-Shell bzw in Gnome 3, die mir in Unity fehlen. Aber es gibt auch viele Dinge in Unity, die mir in der Gnome Shell fehlen.
Eben und genau darüber habe ich bisher recht wenig gelesen, weshalb ich meinen Eindruck davon mal kundtun wollte
.
Und ich teile deinen Eindruck – mir fehlt in Unity etwas, was Gnome Shell hat und andersrum.
es wird Zeit für den “we love Unity” Schlüpper.
Wirklich guter Kommentar. Ich selbst bin immer noch bei Gnome 2 nd habe auf einem Versuchrechner Oneiric mit Unity laufen, was tadellos funktioniert. Als Unity herauskam, habe ich gleich probiert und schriftlich durchaus heftig geflucht. Im Rückblick stelle ich fest, dass a) die Entwickler heftig verbessert und stabilisiert haben und b) dass es mittlerweile gute Dokumentationen gibt, wie ich was einstellen kann. Dass ich dennoch bei Gnome 2 bleibe, liegt daran, dass ich mich in meiner jetzigen beruflichen Situation nicht damit belasten will, Computer_Neues zu lernen. Ich sehe nicht, dass Gnome 2 besser ist als Unity (oder Gnome 3); ich bin es mehr gewohnt. Folgerte ich daraus eine objektive Schlechtigkeit, wäre das sachlich unangemessen, unfair und arrogant.
Ich kann dir mit a) und b) nur zustimmen und kann absolut nachvollziehen, dass du noch bei Gnome 2 bist (weil es eben für dich von Vorteil und Nutzen ist, und du von deiner Situation aus im Moment nichts Neues lernen kannst/willst). Und vielleicht hast du ja bald mal Zeit dich mit GNOME 3 bzw. Unity gezielter auseinanderzusetzen
.
.
Und mit deiner Schlussaussage triffst du eben den Gedanken, den ich beim Verfassen des Posts hatte
Mir geht es ganz genauso!
Ich bin im Moment auch mit meinem Studium und der bald anstehenden Bachelor-Arbeit mehr als genug beschäftigt und kann mich jetzt nicht mal eben mit neuen Bedienkonzepten auseinandersetzen.
Aber trotzdem habe ich Unity und die Gnome-Shell schon getestet und beide gefallen mir nach dem ersten Eindruck sehr gut. Aber trotzdem bleibe ich erst mal bei KDE , welches ich mir nach meinen (produktiven) Bedürfnissen mittlerweile perfekt eingerichtet habe (mit Gnome2 konnte ich mich nie anfreunden, da war auch schon immer meine ersten Eindrücke schlecht, anders als jetzt bei Unity und der Gnome-Shell).
Darüber hinaus habe ich aber keine Berührungs- bzw. Veränderungsängste und könnte mir durchaus vorstellen auf Unity oder die Gnome-Shell zu wechseln, wenn ich erst mal genug Zeit gehabt habe, beide intensiv zu testen. Aber diese Zeit werde ich wohl frühstens nächstes Jahr im April bzw. zur nächsten LTS von Ubuntu finden.
Ich benutze Unity ebenfalls seit 11.04 – und war zu Beginn ebenfalls kritisch gegenüber dem neuen System. Am Anfang habe ich die Oberfläche auch noch nicht effizient genutzt und mich somit einige Male über das System geärgert. Inzwischen schätze ich die Oberfläche jedoch vor allem auf meinem Netbook, das bei mir an der Uni ständiger Begleiter ist – aber auch auf meinem 23″ Bildschirm macht sich die Oberfläche gut, vor allem seit ich die Unity-Leiste nicht mehr ausblenden lasse (auf diesem Bildschirm aus meiner Sicht sinnvoll).
Natürlich ist Unity nicht perfekt – einige Dinge vermisse ich in der täglichen Arbeit – aber Unity ist noch jung. Und Gnome 2 war ebenfalls nicht perfekt, bei weitem nicht. Einige Vorgänge dauerten viel länger unter Gnome 2.
Nun ist es an der Zeit, die Shell wirklich zu testen – sie ist seit heute installiert und ich freue mich, die Shell kennenzulernen.
Und zudem ist genau dies wieder die Stelle, das System der Linux-Distributionen und freien software zu loben: Es ist jedem überlassen, was er nutzen möchte. Niemand wird zu Ubuntu gezwungen – und niemand zu Unity.
Hallo,
.
um ehrlich zu sein habe ich gerade zum ersten mal die “Never hide” Einstellung des Launchers drin. Mal sehen wie ich damit zurecht komme, auch in 11.10 (habe einen 22″er).
Ich finde, dass du sehr Recht mit der Aussage zum Schluss hast, denn gerade das ist ja der Geist von freier Software, dass jeder das nutzen darf was, was er möchte – dankeschön
Ich habe es ähnlich. Auf dem Laptop bzw Netbook lasse ich den Launcher ausblenden, auf den großen Monitoren hab ich sie fixiert. Aber ich brauche den Launcher immer seltener, weil ich viel häufiger die Tastatur verwende
Zu Erst: Sehr guter Blogbeitrag
Zu Gnome 3: Ich hab die Entwicklung auch erst eher skeptisch beobachtet, habe dem Braten nicht so ganz getraut. Zum Testen hab ich dann in ein Ubuntu 10.04 per PPA eine Gnome-Shell BETA installiert. Jetzt will ich sie einfach nicht mehr missen: Firefox starte ich wie selbstverständlich mit einem automatischen Tastendruck aufs Windowslogo, und nach der Eingabe von “fir” kann ich mit Enter ganz schnell den Fuchs starten. Bestimmte Einstellungsmenüs hab ich früher immer ewig in “Einstellungen” und “Systemverwaltung” gesucht, und da nie direkt den Unterschied entdeckt.
Ich spare mir wirklich Zeit (Beim Programmieren) und erwische mich immer wieder, wie ich auf der Arbeit in XP auf die Windowstaste drück
Hallo Simon,
dankeschön
. Ich habe mich damals nicht getraut mein Produktivsystem mit der Gnome-Shell zu bestücken, da ich keine Lust auf ein kaputtes System hatte. Mir passiert es z.B. oft, dass ich unter Windows mit der Maus die obere linke Ecke anditsche um an den Launcher zu gelangen, bis mir auffällt, dass es den unter Windows XP/7 nicht gibt.
Das mit den Einstellungen und Systemverwaltung unter GNOME 2 fand ich ebenfalls sehr verwirrend und ich finde das in GNOME 3 und somit ja auch in Unity übernommen durch das zusammengefasste Einstellungs-Panel sehr gut gelöst.
Ja das passiert mir auch immer öfter
Meine Art zu arbeiten ist mittlerweile sowas von an die Gnome Shell angepasst. Worauf ich sehr bei der Gnome Shell gespannt bin ist wie sich die Extensions entwickeln werden. Achja, ich nutze allerdings Arch Linux und nicht Ubuntu, von der ich weg gegangen da mir zum einen Unity nicht zusagte, einige andere Entscheidungen von Canonical mir auch nicht passten und das wichtigste, ich wollte neues lernen(Vor Arch bin ich schon von Ubuntu auf Debian testing umgestiegen).
Ich habe auch schonmal überlegt mir Debian Testing oder Arch Linux anzuschauen, jedoch war Ubuntu bisher immer so schön bequem
. Vielleicht schaue ich mir die mal an, wenn ich mehr Zeit habe
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Und ja, die Art zu Arbeiten passt sich bei mir auch zumindest nach gewisser Zeit an die Oberfläche an
Arch Linux solltest dir wirklich mal anschauen wenn du was neues lernen willst. Man bekommt hier bei der Konfiguration sehr gut mit welche Komponenten so alles zusammenarbeiten usw.. Außerdem ist pacman ein super Paketmanger(find ihn mittlerweile besser als aptitude ).Derzeit bin ich dabei mir mal zum testen ein Gentoo in einer VM zu installieren. In den nächsten Semesterferien wird dann, wenn alles klappt, wohl die Umstellung auf Gentoo als Produktivsystem erfolgen. Danach wollte ich mir dann wohl mal Slackware anschauen
Ja. Endlich haben “normale” Desktopumgebungen die Produktivität, die man sonst nur mit zusätzlichen Programmen (Kupfer, Gnome Do, …) erahnen konnte.
Die Frage ist einfach, ob Unity wirklich notwendig war. Viele Features die vermisst wurden, sind mittlerweile in GNOME 3.2 implementiert worden und laufen gut.
Bei Unity hingegen hat sich im Vergleich zu 11.04 nicht wirklich viel getan.
Das GNOME Team hat sich übrigens im Vorfeld sehr lange Gedanken über das Bedienkonzept gemacht. Unity hingegen wirkt wie mit der heissen Nadel gestrickt. Ein durchgängiges Konzept kann ich darin nicht erkennen.
Mein persönliches Fazit: Lieber hätte Canonical mitgeholfen GNOME zu verbessern, anstatt krampfhaft nach einem Alleinstellungsmerkmal zu suchen.
Es bleibt nur zu hoffen, dass es in naher Zukunft einen offiziellen GNOME 3 Spin geben wird. Bis dahin bleibt wohl nur ein beherztes sudo apt-get install gnome-shell und ein bisserl gefrickel, damit es auch unter Ubuntu zu einem richtigen GNOME wird.
Hallo Marcus,
die GNOME-Entwickler haben sich zwar wirklich sehr viel Gedanken gemacht, jedoch sind auch dort einige Entscheidungen zweifelhaft aufgenommen worden. Was ein Kritikpunkt wäre, dass man GNOME Shell nur durch “Wissen” installieren kann und nicht einfach “gefragt” wird was man denn haben möchte. Ich könnte mir ein kleines Programm vorstellen, was einem die Vorteile der jeweiligen Oberflächen aufzeigt (vlt durch Videos und Screenshots o.Ä.), und das man dann frei wählen kann, eben danach wo die Interessen und Anforderungen liegen. Ich gebe auch ganz ehrlich zu, dass ich derzeit eher noch zu Unity unter 11.10 tendiere, aber auch damit liebäugle GNOME zu nutzen. Man wird sehen.
Was die Durchdachtheit von Unity angeht muss ich dir teilweise zustimmen, da ja einige Dinge in 11.10 geändert wurden, die eher wie eine Notlösung auf mich persönlich wirken.
Ich hoffe hier auf ein ausführlicheres Konzept für 12.04, die nächste LTS.
Also, ob mein Desktop nun ausseiht wie ein Tablet ( Unity) opder ein Smartphone ist mir eigentlich egal, ich will beides nicht, und drum werd ich beide Gnome 3 und Unity nicht mehr benutzen. One Size fits all ist bei GUIs für unterschiedlche Formfaktoren und Einsatzgebiete nicht anwendbar, und das, was Canonical und Gnome da vorgelegt haben ist für produktiven Desktopeinsatz nicht geeignet, nur zum Social Networking, Internetsurfen, Musik hören und Videos schauen, halt das Zeugs was der typische Tabletnutzer so macht. Leider brauchen beide, Gnome 3 Shell und Unity 3d hohe Rechnerpower, so dass man sich seitens der Entwickler damit selbst in den einen Fuß geschossen hat. Die Gründe für die radikalen Änderungen sind Gier nach Marktanteilen im zur Zeit m.E. wesentlich überhypten Tablet-OEM Bereich, althergebrachte Nutzer von Gnome2 werden dabei vor’s Schienbein getreten und massenhaft zu anderen Distros getrieben, was einen Schuss in den anderen Fuß bedeutet.
Mein Fazit: Gnome 3 und Unity,beide sind zu Tabletlasig, und am Desktop nicht nutzbar und als ernsthafter Computernutzer sollte man diese beiden MDEs (Mobile Device Environments) einfach da lassen, wo sie hingehören, im Papierkorb der Fehlentwicklungen im IT Bereich, Gnome 3 und Unity sind das Windows Vista von Linux
Hallo Jean,
ich kann deine Meinung und deine Argumente sehr gut verstehen. Ich habe zu Anfang selbst nicht daran geglaubt, dass man mit GNOME Shell oder Unity produktiv sein kann. Hast du dir mal den Release Candidate von 11.10 angeschaut? Ich finde sowohl mit Unity, als auch mit GNOME Shell kann man produktiv sein, wenn man sich nur darauf einlässt. Und bei mir verbraucht zumindest Unity nicht erheblich mehr Ressourcen als andere Oberflächen und auch der Grafiktreiber läuft seit 11.10 sehr sehr gut. Auch sehe ich Unity und Gnome 3 nicht als Tablet-UIs, sondern als minimalistischer angelegt als vorherige UIs. Nicht immer gebrauchte Dinge werden ausgeblendet und ich habe einen angenehmen Workflow entwickelt. Das die Meinungen hier auseinandergehen ist mir klar. Aber ich habe auch mit vielen anderen Menschen gesprochen die Unity bzw Gnome Shell im Produktiv-Alltag benutzen und sehr zufrieden damit sind. Manche preferieren die Shell, manche Unity. So ist es eben, jeder hat seine eigene Vorstellung von einer idealen Umgebung.
11.10 hat einen Release Canditate?
Ja, wurde glaube ich am 10. teils auch unter anderem Namen (Pre-Release) oder so freigegeben. Im Hauptverzeichnis findet sich aber nur die Beta 2. Du kannst das aktuelle Daily Build hier herunterladen (falls sich das noch lohnt, Release ist ja morgen).
http://cdimage.ubuntu.com/daily-live/current/
Aber Hallo, was sind das doch immer wieder für langweilige Gemeinplätze, dass “die Benutzer zu anderen Distros” getrieben werden? Wenn man einmal ohne Vorurteile die Benutzeroberflächen vergleicht und nicht gleich bei Windows 8 oder Mac Lion die Augen schliesst, dann wird man feststellen, dass das was einem bisher lieb geworden ist einfach vorbei ist und die Vergangenheit darstellt. Die Zukunft sieht einfach anders aus!
Ob das jedem passt bezweifle ich, doch die Cowboys konnten lange darauf schwören, dass ihr Pferd mehr Intelligenz besitzt als jedes Auto… heute sind Ross und Reiter eine Randerscheinung.
Und ganz ehrlich: Ich arbeite tagtäglich mit Computern mit sogar unterschiedlichen Betriebssystemen aber zu 99% der Zeit in bestimmten Programmen wie z.B. MS-Word oder Open-Office bzw. Libre-Office oder weiteren branchenspezifischen Applikationen! Ich kann die Aufregung nicht ansatzweise verstehen und solche Aussagen wie “einfach da lassen, wo sie hingehören, im Papierkorb der Fehlentwicklungen im IT Bereich” mag ich schon gar nicht mehr lesen.
> massenhaft zu anderen Distros getrieben
Das Problem ist dabei nur, dass andere Distributionen auch auf GNOME3 umgestiegen sind. Wenn du GNOME2 behalten willst, musst du zwangsläufig auf eine Distribution wechseln, die dieses noch ein paar Jahre unterstützt. Und da bleiben nicht viele Distributionen übrig.
Zudem entspricht der Fallback-Modus von GNOME3 nahezu dem GNOME2-Desktop. Es sind ein paar Sachen anders (z.B. Gibt es kein Systemmenü mehr) , von der Bedienung ist der FB-Modus aber identisch zu GNOME2.
Ich habe mich übrigens anfangs auch sehr schwer mit Unity und der GNOME-Shell getan. In der Zwischenzeit möchte ich aber gerade Unity nicht mehr missen. Wenn man sich mal an die zusätzlichen Funktionen und den Aufbau des Systems gewöhnt hat, möchte man kaum mehr zu GNOME2 zurück. Bei manchen Funktionen fehlt natürlich noch ein wenig Feinschliff, aber das wird schon. So funktioniert Unity4 aus Ubuntu 11.10 schon besser als Unity3 aus Ubuntu 11.04. Und bei der GNOME-Shell ist es ähnlich.
Ich freue mich schon auf Unity5, welches in Ubuntu 12.04 kommen wird. Hoffentlich bauen die Entwickler dann eine optionale Tracker-Erweiterung in die Dash ein um den Index-Dienst aus der Dash heraus benutzen zu können.
Unity habe ich (leider) nie ausprobiert. Ich halte es für eine Insellösung einer einzigen Distribution. Irgendwo glaube ich gelesen zu haben, dass auch SuSE Unity anbietet, doch wird dieser Desktop fast nur von Canonical entwickelt. Ich kann Canonical hier aber auch verstehen, denn offensichtlich sind einige Gnome-Desktop-Designer nicht sehr offen für Ideen und Vorstellungen anderer. So war das nun kommende Shell-Extension-System angeblich nicht unumstritten und passten so manchem (Designer) nicht ins Konzept. Glücklicherweise konnten sich diese Stimmen nicht durchsetzen. Oft zurecht kritisiert sind auch hier die (zu) stark reduzierten Konfigurationsmöglichkeiten. Noch halte ich dies für Umstände der noch immer relativ frühen Entwicklungsphase. Ich halte es für gut, Optionen auf das Wesentliche zu reduzieren, da man schlankeren und damit flexibleren Quellcode erhält, mit dem man besser experimentieren kann. Es war von Anfang an meine Meinung, dass man etwa bis zur Version 3.4 warten müsse um den Desktop zur Produktiven Arbeit einsetzen zu können. Ein paar (nach meiner Meinung) störende Dinge wurden mit der Version 3.2 verbessert – teilweise zu zaghaft. Allgemein fehlen mir bisher Optionen (nicht nur Menus) für die Shell-Extensions. Zudem sollte man Shell-Extensions neben JavaScript auch mit anderen (Interpreter-) Sprachen programmieren können. Ich kann die Gründe für JavaScript gut verstehen, doch mag ich diese Sprache nicht sonderlich. Python wäre bestimmt kein Fehler.
Insgesamt, sehe ich GTK, das Gnome-System, sowie die Gnome-Shell auf einem guten Weg. Es wäre schön, wenn auch das Gnome-”Fallback”-System erweitert und verbessert wird, damit Freunde des klassischen Gnome2 sich ebenfalls auf das neue System einlassen können und davon profitieren können. Gut wäre, wenn man die Shell-Extensions für diese Desktop-Variante ebenfalls zugänglich machen könnte, damit nicht alles doppelt programmiert werden müsste. Hier würde der Fallback-Modus sicherlich vernachlässigt werden.