In letzter Zeit hatte ich immer wieder gewisse Probleme mit der Performance von Ubuntu 10.10 an meinem Laptop (1,6Ghz Single-Core, 2GB Ram). Also entschloss ich mich mal das offensichtlich sehr schlanke und für leistungsschwächere PCs ausgelegte Lubuntu auszuprobieren.
Nach dem gewöhnlichen Download der ISO-Datei auf der Projektseite habe ich die etwas mehr als 500 MB direkt auf CD gebrannt und eingelegt. Die Installation ist eigentlich genau die gleiche wie beim normalen Ubuntu auch, nur sind die Farben anders und ein wenig wurde am Layout verändert. Nach ca. 20 Minuten war dann der schlanke, kleine Bruder von Ubuntu auf meiner Platte und ich konnte beginnen.
Zunächst trat mir eine sehr aufgeräumte Desktopoberfläche entgegen. Anders als in Ubuntu gibts es nur ein Panel welches sich vergleichbar mit KDE am unteren Bildschirmrand befindet. Vorinstallierte Programme waren Chromium (Google Chrome), Abiword (Textverarbeitung), Pidgin (Multi-Messaging), Transmission (BitTorrent), XChat (IRC), diverse Spiele sowie auch der aus Ubuntu bekannte GNOME mPlayer (Videowiedergabe). Als Musikprogramm dient scheinbar Aqualung welches ich aber noch nicht getestet habe. Zusätzlich habe ich mir erst einmal LibreOffice (eigenes PPA) installiert, da ich gerne daran festhalten wollte. Dies funktionierte auch alles einwandfrei und mithilfe der GTK-Anpassung aus den Paketquellen (libreoffice-gtk) passte sich LO dann auch schön dem übrigen Design an.
Á propos übriges Design, ich finde es sehr gelungen und vorallem minimalistisch gehalten, sodass auf meinem 15,6″ Bildschirm noch sehr viel Platz für Programme war. Diesen hatte Ubuntu meiner Meinung nach vorallem durch das 2. Panel verschenkt. Klar, man wird sich jetzt denken, warum machst du nicht einfach eine Leiste in Ubuntu weg. Dem ist aber nicht so, denn die Leiste in Lubuntu ist einfach perfekt in die Gestaltung implemeniert, sodass sie im normalen Betrieb kaum auffällt. Auch der Platz ist hier sehr produktiv eingeteilt. Natürlich macht die Gestaltung nicht so viel her wie bei Ubuntu oder Kubuntu, jedoch finde ich sie in Ordnung. Der echt Vorteil nämlich zeigt sich auch woanders. Ich habe das nebenbei mal ein bisschen beobachtet und ich muss mich fragen: “Wo finde ich denn hier Lubuntu im Speicher???”. Mit geöffnetem Chromium verbraucht das System ca. 350 MB RAM. Dabei verbraucht Chromium zur Zeit alleine schon 70 MB davon. Direkt nach dem Neustart steht die Marke bei ca. 120 MB Auslastung. Das finde ich sehr bemerkenswert und spiegelt die Stärke des kleinen Bruders wieder, nämlich die Ressourcensparsamkeit. Auch mein unter Ubuntu fast dauerhaft beschäftigter Prozessor (1,6Ghz Single-Core) ist bis maximal 40% ausgelastet, sofern er nicht gerade irgendwas größeres als Chromium etc bewältigt.
Ich werde mich noch in das System hineinfinden müssen und mein nächstes Ziel ist es UbuntuOne zum Laufen zu bekommen. Wann und wie ich das hinbekomme, darüber werde ich dann vermutlich wieder bloggen.
Also, schaut es euch vielleicht einfach mal an, denn wie gewohnt ist die Installations-CD auch gleichzeitig eine Live-CD.
